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Kroatien macht Anglern das Leben schwerer

Fischen mit 50er Gerät und schwerer außerhalb der Tuna-Saison verboten

 

Von Patrick Baier

In Kroatien machen neue Regeln das Leben der Hobby-Angler schwerer. Ab kommendem Jahr darf ein Sportfischer (ob Tourist oder Einheimischer), der ein kleine Lizenz löst, auch nur mit maximal 30-er Gerät angeln. Damit wird all den „Sparfüchsen“ die Möglichkeit genommen, sich die Kosten für eine große Tuna-Lizenz zu sparen und für wenig Geld (mit der kleinen Lizenz) dann doch mit schwerem Gerät auf Bluefins zu fischen. Wer künftig mit kleiner Lizenz unterwegs, ist aber Gerät jenseits der 30-lb-Klasse an Bord hat, wird hart bestraft.

Diese neue Regelung bedeutet aber auch, dass beim Angeln außerhalb der Bluefinsaison (vom 15. Juni bis 15. Oktober) KEIN Gerät der 50er-Klasse und schwerer an Bord sein darf! Wer also Ende Oktober/Anfang November etwa vor Pula auf große Bluefins angeln will, muss sich nun einen Boot mit ICCAT-Lizenz suchen. - Diese neue Regel dürfte vor allem die einheimischen Schwarzfischer treffen, die ganzjährig illegal Bluefins fangen und verkaufen: Einmal eien Polizeikontrolle und das schwere Gerät ist weg. Prinzipiell gilt weiterhin Catch and Release für Bluefin und Schwertfisch.

Außerdem dürfen Sportangler nicht mehr mit Drillingen oder Edelstahlhaken fischen. Ja, Ihr habt richtig gelesen! Für Sportfischer gilt Drilling-Verbot auch an Wobblern. Die müssen nun mit rostenden Einzelhaken umgerüstet werden.

Nächste Beschränkung: Es darf nun noch EIN (!) Fisch pro Boot (nicht pro Angelkarte!), entnommen werden. Selbst bei zwei oder mehr Anglern an Bord ist damit etwa nach einer 300 g schwere Brasse, oder einem Little Tunny Schluss. Auch wenn das Wasser kocht, ist Catch and Release ist künftig die Regel.

 

Solch schöne Fänge sind künftig ILLEGAL. Nach einem entnommenen Fisch ist Schluss.




Beschränkungen gibt es hier auch für einheimische Hobbyangler: Sie dürfen nur noch 5 kg Fisch am Tage entnehmen anstatt 30 kg wie bislang. Sowohl Touris als auch Einheimische müssen den einen gefangen Fisch durch Anschneiden markieren. Jede Fischart hat ihr eigenes Schnittmuster. Damit soll verhindert werden, dass Angler Fische an Restaurants verkaufen. Die Inspektoren brauchen dann nur bei unangemeldeten Kontrollen in die Gefriertruhen schauen und sehen sofort was Sache ist. Dieses Risiko werden die Restaurantbesitzer kaum eingehen. Der Fisch ist sofort nach dem Fang anzuschneiden.

 

Unklar ist noch, ob das Nachtfischen nach 22.00 Uhr verboten wird, oder nur (ab Januar) das Fischen mit starken Lampen an Bord, die Kalmare und Fische anlocken sollen.

Die neuen Regelungen sollen die insgesamt massiv überfischten Bestände besser schützen und treffen auch die einheimischen Schwarzfischer: Kroatien hat mit EU-Geldern 6 neue Polizeiboote angeschafft und  20 (!) weitere Fischereiinspektoren eingestellt. Kontrollschwerpunkte sollen Pula, das Gebiet um Murter und Split werden. Schon jetzt sind in Jezera 2 Polizeiboote stationiert, die zu Kontrollen hinausfahren und auch die ICCAT-Boote inspizieren.  – Wie das im Sommer werden wird, wenn dort 30 und mehr Boote von Sportanglern aus der EU zugange sind, kann man sich vorstellen.

 

Die Fischereiinspektoren sollen dann abends am Steg, einlaufende Boote kontrollieren, aber auch in den Gaststätten an Land und auf den Inseln Kühltruhen öffnen dürfen.

Die neuen Regeln können mit den Angelkarten ausgedruckt werden. Allerdings nur auf Kroatisch. Um Übersetzungen muss sich jeder selbst kümmern. Unwissenheit schütz nicht vor Strafen, Die sind drakonisch: Ein illegaler Thun an Bord kostet 7000.- Euro. Unzulässiges Angelgerät wird beschlagnahmt.

Für die Charterboote mit Quote (wie ich sie haben) sowie für die  Berufsfischer mit ICCAT-Lizenz ändert sich auch etwas: Sie müssen ihre Fänge mit einer APP dokumentieren und melden: Ich war letzten Sommer in einem Pilotprojekt dabei, durfte aber bis dato dazu noch nichts schreiben. Nun ist es amtlich und die App geht an alle Charterboote mit Quote raus. Hier mal ein Foto von meiner:

 

In ihr muss ich sofort nach dem Fang eintragen, wo ich den Thun gefangen habe. Die App überprüft dann mittels GPS und Time-Code ob meine Angaben stimmen und gleicht sie auch mit dem Bluetracker (ein GPS zur Kursverfolgung an Bord) ab. Das Gewicht des Fisches schätze ich vorerst.

Sobald ich den Motor starte und zurück in den Hafen fahre muss ich die App wieder bedienen damit die Fischereibehörde weiß, wann ich etwa ankommen werde und welche Route ich nehme. Im Hafen muss ich den Thun innerhalb von einer Stunde wiegen und das exakte Gewicht melden. Sobald ich den BFT ins Auto lade, muss ich mit der App erneut Meldung machen, damit der Thun auch auf dem Landweg verfolgt werden kann. Die EU sowie die ICCAT möchten einen lückenlosen Verlauf zum Wann, Wie viel und Wohin. Im Gegenzug bekomme ich aber auch Ausfuhrpapiere und kann insofern, ich denn will, auch Fisch ganz offiziell nach Deutschland mitnehmen.



Stoppt die Schwarzfischerei, heißt es nun in Kroatien.
 
 
 
 
Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt!

 
 
 

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