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Mauritius, März 2018 – Schwere See und schwere Thune

 

Von Peter Max Bischoff

Nach vielen, meist bereits lange im Vorfeld geplanten Big- und Little-Big-Game-Trips durch die Amerikas, Afrika und Indien hatte ich noch im Februar diesen Jahres nur eine vage Ahnung davon, wo es mich kurz danach im März genau hinführen sollte – unter anderem auch deshalb, weil ich keine richtige Vorstellung davon hatte, was Mauritius in diesem Monat, also kurz nach der Marlin-Saison, fischereilich alles zu bieten hat.

Ich hatte zwar zu diesem Zeitpunkt bereits Einiges zum Thema Big Game Fishing auf und um Mauritius recherchiert und auch vom Tuna-Run in dieser Zeit gelesen, war jedoch noch unschlüssig. Der finale Impuls für die Planung und Buchung von 3 Wochen Mauritius im März 2018 begann dann aber tatsächlich erst genau einen Monat vor der Reise in einem kleinen Cafe in Karlsruhe...

Dort traf ich Jürgen mit einem Freund und natürlich wurde auch übers Fischen und geplante Reisen gesprochen. Zum Glück, kann ich nur sagen, denn nach Jürgens einführendem, begeisterendem Plädoyer und Reinholds weiterführenden, sehr guten Tipps und Kontakten stand innerhalb kürzester Zeit ein Reiseplan, der mir nicht nur einen außergewöhnlich schönen Urlaub, sondern auch absolute Trophy-Fische bescherte. In nur wenigen Tagen waren die Flüge gebucht und die von mir priorisierten Bootsreservierungen (Tagesausfahrten im Norden der Insel und eine 3-Tage-3-Nächte Safari auf die Soudan-Bank mit Fokus auf Yellowfin und Dog Tooth Tuna) vereinbart. Alles weitere durfte sich dann wie immer vor Ort ergeben.

Am 11.3.2018 ging es dann endlich los, im Gepäck vor allem mittleres bis schweres Pop&Jig-Gerät. Alle Trolling-Ruten, -Rollen und Terminal Tackle hatte ich auf Anraten von Reinhold dieses Mal zu Hause gelassen. Recht hatte er, denn das gibt´s dort auf nahezu jeder Nuss-Schale... Und bald wusste ich dann auch warum J

Die allgemeine Annahme war, dass die Zeit der Zyklone bei Ankunft auf der Insel vorbei sei und die See im Norden und Osten somit wieder verhältnismäßig ruhig. Das Gegenteil war in den ersten 1,5 Wochen der Fall und das Wetter sowie das Meer schlug wie mittlerweile überall auf der Welt seine Kapriolen. Gut, dass ich etwas Zeit mitgebracht hatte. Die erste Ausfahrt war für den 13.3. mit der Le Dodo von Trou aux Biches aus geplant, musste aber wegen des gerade anrollenden Zyklons abgesagt und um ganze 5 Tage auf den 18.3. verschoben werden.

Da ich es aber trotz der schweren See an Land kaum aushielt, beschloss ich vor Ort, lieber kurz unter Land in Lee zu fischen als gar nicht. Also bin ich am wettermäßig erstmöglichen Tag, am 16.3., spontan einen halben Tag mit der Extasea von Black River aus rausgefahren. Schließlich hatte der Tuna-Run begonnen und es wurden vereinzelt die ersten Yellowfin Tunas mit 100 Pfund und mehr gelandet. Leider jedoch nicht an diesem Tag. Nach drei Stunden erfolglosem Trollen fuhren wir zu einem FAD und ich hakte dort dann meinen ersten Mauri-Thun nicht auf einen Schleppköder, sondern auf Popper. Zwar einen kleinen, aber der Anfang war gemacht. Es sollten in der nächsten Stunde noch 10 weitere YFTs folgen, alle auf Popper und mit Gewichten zwischen 15 und 40 Pfund.



Am 18.3. klappte es dann auch mit der Le Dodo, einem  37 Fuss Boot etwas älterer Bauart, auf dem aber alles vorhanden ist, was gebraucht wird, vor allem eine gute Crew.  Wir trollten mit kleineren Ködern bei noch immer hohen Wellen, wolkenverhangenem Himmel  und immer wieder Regen über tiefem Wasser nach Norden, als wir gegen Mittag den ersten Biss auf die 80 Pfund Rute bekamen. Und der hatte es in sich! Schon im ersten Moment war klar, dass das ein größerer Gelbflossenthun ist. Er nahm lange und viel Schnur und stellte sich anschließend mit seinem gesamten Gewicht und seiner Kraft unter das Boot. Immer, wenn es mir ohne Harnest gelang, ihm einen Meter abzunehmen, nahm er sich wieder 2 Meter zurück. So ging das etwa eine halbe Stunde lang, extrem kräftezehrend für beide. Nach 30min kam er dann ganz langsam Bewegung... und nach über einer Stunde konnten wir ihn endlich gemeinsam ins Boot holen. Ein Yellowfin Tuna mit traumhaften 178 Pfund. Ich war stehend stehend k.o., aber überglücklich. Doch Zeit zum Ausruhen blieb in diesem Fall zum Glück keine. Der zweite Biss kam kurz danach und der Drill bescherte mir einen weiteren Traumfisch, ein YFT mit 176 Pfund. Und weil es nicht besser geht, gab es am Abend frisches YFT-Sashimi... Ein perfekter Tag J



Für den übernächsten Tag hatte ich von Deutschland aus meine zweite Ausfahrt auf der Le Dodo reserviert. Es war wieder ein guter Tag, mit einem weiteren YFT von gut über 100 Pfund (gewogene 124 lbs um genau zu sein), einigen kleineren Thunen und 2 guten Dorados, alle geschleppt. Erstaunlicherweise hatte ich an beiden Tagen beim Jiggen keinen einzigen Biss, das Wasser, der Mond und die Strömung machten mir hier einen Strich durch die Rechnung. Aber das Wetter wurde von nun ab zum Glück besser.



Denn am 23.3. liefen wir mittags mit der Tora Tora von Black River aus, mit dem Ziel Soudan Bank. Wir fuhren über Nacht durch noch aufgewühlte See und erreichten frühmorgens die Bank, an der ich sofort mit Speed- und Slow-Jigging startete. Noch war es verhältnsmäßig ruhig, Snapper, Grouper und Jobfish waren die Vorboten des Tages. Nach einer Stunde verlegten wir uns aufs Trolling und bekamen bis zum Mittag lediglich 3 weitere Bisse: zwei schöne Wahoo mit 25kg und 22kg und ein YFT in der dortigen Durchschnittsgröße von 10-15kg. Für die Soudan Bank eine magere Ausbeute, was ehrlich gesagt jedoch Jammern auf allerhöchstem Niveau ist.

Ab Mittag ging es dann jedoch Schlag auf Schlag und nach einer ganzen Serie von weiteren großen Wahoos bissen dann auch eine Menge YFTs auf unsere Oberflächenköder. Am Abend legten wir uns auf der Bank vor Anker und wechselten nochmal auf die Jigging Ruten. Ich fing einige GTs, Bluefin-Trevallies, Skip-Jacks, kleinere Grouper und auch den ersten Doggie. Kurz bevor wir den Abend mit YFT-Sashimi und Bluefin-Trevally Carpaccio ausklingen ließen, bekam ich dann plötzlich noch einen hammerharten Biss auf mein schweres Speed-Jigging Tackle. In 3 unbändigen  Runs mit nur jeweils 1-2 Sekunden Pause nahm mir der Fisch, vermutlich ein richtig grosser Hundszahnthun, ca 250m meiner geflochtenen 80lbs Schnur, bis ich urplötzlich den Kontakt verlor und nur noch die Schnur mit einem ausgefaserten Ende einholen konnte.

Klar, dass ich am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang schon wieder an der Reling stand und meine Jigs tauchen und tanzen ließ. Der erste Fisch auf die Jigging-Rute war ein schöner, nahezu schwarzer GT, dem ein toller Fight mit einem 30kg YFT folgte. Von weiteren Doggies jedoch keine Spur, was natürlich – insbesondere nach dem fulminantem Biss am Abend - schade war, denn vor allem wegen einem großen dieser Art war ich hier.

Da ich hier nun schon wirklich viele Yellowfins gefangen hatte, wechselten wir beim Trolling nun auf Marlin-Köder, also große Kona-Heads und Gummi-Squids. Diese brachten jedoch nicht den gewünschten Erfolg, wir hatten an diesem Tag kaum Bisse und wenn, dann nur von einigen wenigen YFTs, großen Skip-Jacks und einem weiteren schönen Wahoo. Erstaunlich, oder auch grade nicht war in diesem Kontext, dass wir die ganze Zeit auf der Soudan Bank weder Vögel noch Delfine gesehen haben, was generell untypisch sei. Aber die Natur ist eben die Natur...

Da an der Oberfläche kaum was ging, wollte ich am Nachmittag nochmals unbedingt mein Glück am Grund versuchen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten... Nach einer Stunde nahezu erfolglosen Jiggens auf dem driftenden Boot, bekam ich endlich wieder einen brachialen Biss, jedoch auf die leichte Rute, die mit geflochtener Schnur von 40 lbs Tragkraft bestückt war. Die Rute war kreisrund und der Fisch nahm in schnellen Fluchten kräftig Schnur. Da wir dieses Mal nicht verankert waren, konnten wir zum Glück folgen und ich nach knapp einer Stunde Drill am Anschlag des Geräts das erste Mal den kapitalen Dog Tooth Tuna mit über 100 Pfund seitlich des Bootes sehen... Dafür hatte sich der ganze Trip auf die Soudan Bank gelohnt!  Wie so oft, klappt es auf den letzten Wurf...  J Gleichzeitig mit dem dem Gaffen und Fotografieren des Fisches ging die Sonne unter und wir fuhren direkt im Anschluss zurück. Die Waage im Le Morne Fishing Club bestätigte dann die 100+ Schätzung, sie blieb bei 104lbs stehen, auf eine 40lbs Schnur für mich ein ganz besonderer Fang.

 

In den Folgetagen war ich dann noch zwei Mal im Norden auf dem Wasser, um vielleicht doch noch einen Mauri-Marlin zu fangen... aber der sollte es dann doch nicht mehr sein. Am letzten Tag hakte ich morgens zwar einen sehr gut aufgelegten Blauen Marlin mittlerer Größe, aber dieser ließ schnell keinen Zweifel daran, wer in diesem Fight die Oberhand behalten würde. Nach einer langen Flucht am 80er Gerät und vielen Sprungfolgen tauchte er kurz ab, um dann für einen Salto aus dem Wasser zu schießen und dabei den Kona-Head abzuschütteln. Chapeau! Ein spektakuläres Ende einer atemberaubenden Reise, die ich nicht nur wegen der Trophy Thune gut in Erinnerung behalten werde. Und ich komme sicherlich wieder!

 
 
 
 
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