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Tausende tote Thune am Meersgrund

 

Jürgen Oeder:

Das Video eines spanischen Grundschleppnetzfischers (mit kroatischem Kapitän) brachte den Skandal ans Tageslicht: Beim industriellen Fischen mit Ringwadennetzen sterben unzählige und vor allem große Thune, weil sie beim Einholen der Netze nicht mehr schwimmen können und deshalb ersticken. Zudem sterben Fische beim tagelangen Transport in Netzkäfigen, die langsam zu den Mastfarmen an der Küste geschleppt werden. Die Thune müssen in diesen Käfigen zur Sauerstoffaufnahme relativ schnell und damit im Kreis schwimmen und zudem aber auch in Fahrtrichtung des Schiffes. Für große Thuen ist das ein Problem. Sie müssen schneller schwimmen als kleinere Fische, um über die Zwangsbeatmung per offenem Maul genügend Sauerstoff zu bekommen. Auf diesem Transport sterben deshalb ebenfalls Fische.

Das kroatische Fischereiministerium geht nach Angaben von heute (Dienstag) davon aus, dass in der kroatischen Ringwaden- Fischerei 10-15 % der gefangenen Thune direkt beim Fang oder auf dem Transport verenden. Dies gilt für die vor Kroatien gefangenen Thune. Sie sind wesentlich kleiner als die Fische etwa vor Spanien und Italien (bis 250 kg max., 120-135 kg Durchschnitt) oder gar Zypern und Malta, wo Thune mit bis zu 350 kg Gewicht in Mastfarmen kommen. (Siehe Angaben der ICCAT unten)

Dem kroatischen Fischereiministerium zufolge werden dort die toten Fische beim Fang und Transport zu den Mastkäfigen NICHT auf die nationale Fangquote angerechnet. Es würden erst die Fische mit Unterwasser-Stereokameras gezählt, die in die Mastkäfige überführt werden. Dies dürfte für alle EU-Fangnationen zutreffen. Die Purse Seiner fangen dem Ministerium zufolge deshalb von vornherein weit mehr als sie laut Quote dürfen, um den „Verlust“ beim Fang und Transport auszugleichen.

Wie viele Thuen verrotten damit jedes Jahr völlig sinnlos auf dem Grund des Mittelmeeres? – Die grobe Schätzung zumindest für die EU ist einfach: Die ICCAT hat im vergangenen November die Höchstfangmenge für Blauflossenthune von rund 22.000 Tonnen für 2017 auf 36.000 Tonnen bis 2020 angehoben. Damit wurde die Fangmenge von 15.800 Tonnen im Jahr 2015 mehr als verdoppelt!

Nunn werden aber nicht alle Fische mit Ringwadennetzen gefangen. In der EU hat sie nach Angaben aus Brüssel einen Anteil an der EU-Quote von 61% (für rund 900 Fangboote). Der Rest geht mit 20 Prozent an die traditionelle Netzfallenfischerei (12 Fallen, vor allem an Spaniens Küsten) und an die Langleinenfischer. Der EU-Anteil an der Gesamten ICCAT-Quote von 28.200 Tonnen (für 2018) beträgt rund 59 %, oder 16.600 Tonnen. Davon gehen 61% an die Ringwadenfischer, also 10.150 Tonnen.
Wenn die Ringwadenfischer nun 15 % mehr fangen, um Verluste durch verendete Fische auszugleichen, liegen in diesem Jahr rund 1500 Tonnen Thunfischleichen auf dem Meeresgrund. Bei einem Durchschnittsgewicht von 100 kg wären das 15.000 tote Thune!

Diese Zahl könnt Ihr nun Euren Europaabgeordneten unter die Nase reiben und fragen, warum sie solch eine Verschwendung kostbaren und bedrohten Lebens dulden. Allen voran dem CDU-Politiker und Stellvertretenden Vorsitzenden im EU-Fischereiausschuss, Werner Kuhn. Auf seiner Homepage http://www.werner-kuhn.eu/ schreibt er:
„Willkommen in Europa!
Ich bin für sie da. Nutzen sie diese Seiten zum Dialog mit mir - mich interessieren ihre Fragen, Sorgen und Probleme.“
Also, nehmt den Mann beim Wort und schreibt ihm und fragt, warum er solch ein sinnloses Gemetzel duldet und welche Möglichkeiten er sieht, dies zu beenden. Seine Email lautet: werner.kuhn@europarl.europa.eu
 
 
 
 
 
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