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Wie schwer ist mein Thun?

 

Jürgen Oeder:

Da schwimmt er also am Vorfach neben der Bordwand, der prächtige Blauflossenthun. Doch wie schwer ist er? Mit einem Maßband (wie dem Tuna Ruler) kann zwar seine Länge vor dem Releasen ermittelt werden, doch gängige Gewichtstabellen sind, vor allem was das Mittelmeer angeht, sehr ungenau, weil zu hoch. Dagegen sind Tabellen und Längen-Gewichts-Berechnungen der ICCAT zu niedrig! Dies gilt auch für die Werte auf dem Tuna Ruler.
Doch es gibt Abhilfe: Ich habe eine Studie von 2015 entdeckt, die die biometrischen Daten von über 140.000 (!) BFT aus dem Atlantik und dem Mittelmeer ausgewertet hat. Dabei haben die Wissenschaftler um Enrique Rodriguez-Marin vom span. Ozeanografischen Institut zwischen 12 Fanggebieten im Atlantik und Mittelmeer unterschieden und den Zustand der Fische im Sommer, Winter sowie vor und nach der Laichzeit berücksichtigt. Die Längen-Gewichtskurven, die dabei herauskamen sind erstaunlich präzise. Ich habe sie für mich in Ausschnitten vergrößert, ausgedruckt und mit mir bekannten Daten von Thunfischen aus dem Ostatlantik und Mittelmeer abgeglichen. In meinem Buch "Erfolgreich angeln im Mittelmeer" (www.biggamebuch.de) findet ihre eine Reihe solcher Werte.

Der Studie zufolge sind die kursierenden Berechnungsfaktoren für BFT über 30 Jahre alt und fehlerbehaftet. Für das Mittelmeer (unterschieden in West-, Zentral- und Ost-) werteten die Wissenschaftler deshalb über 27.000 Fänge aus und stellten fest, dass die weit verbreitete spanische Tabelle (von Arena) das Gewicht größerer Fische ab 200 cm Länge (gemessen von Schnauze bis Schwanzflossengabelung: Snout-Fork-Length, SFL) deutlich über dem tatsächlichen Gewicht angibt: Ein 3,5 m langer Thun wiegt laut Arena etwa 890 kg , der Studie zufolge aber nur 740 kg. Der Grund: Arena hatte die Gewichte von prallen Thunen ermittelt, die im Mai-Juni unmittelbar vor dem Laichen gefangen worden waren.
Weitere wichtige Ergebnisse: Das Gewicht von Fischen der gleichen Länge kann um 12,5 % variieren. Bei Thunen unter 60 cm Länge liegt dieser Koeffizient zwischen 15% und 25% und pendelt sich dann erst bei größeren Fischen um die 12,5 % ein. Erstaunlich gering ist allerdings der Gewichtsverlust der Fische von 15% vor dem Laichen (Mai) und danach auf dem Weg zurück in den Atlantik im August.
Bei der Tabelle unten ist die blaue Kurve mit den Quadraten die für uns wichtige. Sie zeigt das Gewichts-Längenverhältnis für Thune im Ostatlantik und im Mittelmeer.

Quelle:
Enrique Rodriguez-Marin, et al., (Atlantic Bluefin Tuna (Thunnus thynnus) Biometrics and Condition, erschienen in Plos One


 
 
 
 
 
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